Z E I T T A F E L


Gemeinde Sindlingen am Main

 

 

um 40 000 vor Chr.

 In der Altsteinzeit durchziehen - erstmals  nachweisbar - Menschen unsre Gegend
 

um 8 000 vor Chr.

 Mit dem endgültigen Rückzug des Eises
nach Norden werden die Menschen seßhaft.
(Jungsteinzeit)

 

ab 1 800 vor Chr.

 Siedlungen der Bronzezeit.

 

ab 800 vor Chr.

 Siedlungen der Eisenzeit.

 

um 400 vor Chr.

Keltische Besiedlung (jüngere Eisenzeit)

 

um 9 vor Chr.

 Die Römer überschreiten erstmals den Rhein und dringen in die Wetterau vor; in Höchst legen sie ein Erdkastell an.

 

Zeit nach Christi Geburt 

 

um 9 : Rückzug der Römer hinter den Rhein nach der verlustreichen Schlacht im Teutoburger Wald.(Hermann der Cheruskerfürst)

 

um 80 : Erneuter Vorstoß der Römer in unsere Gegend.

 

um 83 : Römische Militärziegelei westlich der Niddamündung.

 

um 200 : Villa rustica auf Sindlinger Gemarkung im Flurstück
 "Auf der Ros“, abgeleitet von =Rosenstock oder Hecke als Relikt des alten Gutshofes aber auch vom römischen „rosea“ = Pferdeweide möglich. Hierauf deutet der Vorsatz „Auf der ...“ sinngebend hin.(Auf
der Pferdeweide)

  

um 260 : Die Alemannen siedeln in unserer Heimat.

 

um 350 : Erste nachgewiesene Bestattungen auf dem alemanischen-fränkischen Reihengräberfriedhof in Sindlingen mit rund 500 Gräbern aus dem 4. bis 9. Jahrhundert, teilweise ausgegraben in den Jahren1892/1897 durch Dr. F Quilling.

 

 

 um 500 : Fränkische Landnahme - Dorfgründungen -Einteilung des Landes in Gaue

 

700 nach Chr.


770 : Sindlingen gehört zum Niddagau, der erstmals erwähnt wird.


791 : Erste urkundliche Erwähnung von Sindlingen in einer
Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda (Scuntilingen)während der Amtszeit des Abtes Baugulf (oder Beaugulf)780 bis 802

 

797 : Erste genau datierte urkundliche Erwähnung von Sindlingen
(Sundilingen); Grimold ist der erste namentlich bekannte Einwohner des Ortes. Da in der Urkunde von einer Wiese „in villa Sundilingen“ berichtet wird, muß man davon ausgehen, daß Sindlingen zu dieser Zeit schon einerecht ansehnliche Siedlung war. (villa d. h. Dorf). Die Schenkungsurkunde begünstigt das Kloster Lorsch.


799 : wird im Güterverzeichnis des Klosters Fulda ein Gunderat genannt,der seinen „Bifang bei dem Dorfe Sindlingen“, - eine dem Waldentrissene , kleine Rodung - zu seinem Seelenheil dem Kloster Fulda schenkt. Der Franke Gunderat rodete also einen Ort, genannt
Gunderatshausen, = Haus des Gunderat. Der alte Gewanname „Kudert“ - abgeleitet aus Gunderot oder Gundert, deutet noch heute
auf die nicht mehr existierende kleine Siedlung im Grenzbereich der Gemarkungen Sindlingen, Hattersheim, Kriftel und Zeilsheim
hin. Die verlassene Flur werden sich die vier Anrainer untereinander aufgeteilt haben. Es ist nicht bekannt, wann undweshalb der Ort aufgegeben wurde, vermutlich schon im ausgehenden Mittelalter.


800 nach Chr.


804 : Eine Hildenbure schenkt dem Kloster Lorsch zwei Mansen Land mit einem Gebäude und einem Hörigen in„villa Suntilingen“


830 : Einhard, der Schreiber Karls des Großen, erwähnt schon eine
Kirche in Sindlingen


831 : Die Abtei Prüm (Eifel) hat Grundbesitz in Sindlingen.


880 : Die Martinskirche auch „Merzkirche“ auf der anderen
Mainseite gegenüber von Sindlingen, wird erstmals erwähnt. 1956 werden die Grundmauern und ein Friedhof, der zur Kirche gehörte, freigelegt. Heute ist dort der Hafen der Hoechst AG auf der südlichen Mainseite


889  : Das Kloster Bleidenstadt erhält im Taunus Grundstücke von einem Herevicus „in Singelingero marca“.

1000 nach Chr.


1036 : Kaiser Konrad II schenkt Sindlingen an die Abtei Limburgin der Pfalz.


1200 nach Chr.


1268 :  Die Falkensteiner besitzen Güter in Sindlingen.


1270 : Die Vogteirechte in Sindlingen gehen auf dieFalkensteiner, später auf die Kronberger über.


1300 nach Chr.


1355 : Das Frankfurter Liebfrauenstift ist im Besitz des Sadelhofes (Sattelhof) in Sindlingen

 

1339 : Erstmals wird in Sindlingen ein Ortsgericht erwähnt; es tagt auf der Straße vor dem Haus des des Frank von Kronberg.


1394 : Das Domstift zu Mainz erwirbt Güter (68 Morgen) in Sindlingen.
Peter Schudder ist Schultheiß auf dem Hof des Stiftes Obermockstadt, ein Langhenne auf dem Hof des Stiftes Limburg.
Die älteste urkundlich erwähnte Kirche ist dem hl.Dionysius geweiht und liegt dem „Moxstädter oderMönchhof“ gegenüber.
Die Kirche ist zu dieser Zeit für die Ämter Höchst und Hofheim ein Wallfahrtsort („aus sonderlicher Devotion und Andacht“)


1400 nach Chr.


 1412 : Das St. Bartolomäusstift in Frankfurt erwirbt eine Hofreite
in Sindlingen

 

1428 : Schultheiß ist ein „Scharre"

 

 1450 : Die Abtei Limburg in der Pfalz läßt von dem Schultheißen in
Hofheim und seinem Hubengericht ihre Rechte in Sindlingen

aufzeichnen.


1475 : Schultheiß ist ein „Peter Hermann"

 

1484 : Die Abtei Limburg veräußert ihren Dinghof in Sindlingen
mit dem Hubengericht und die Vogtei für 3000 Gulden andas St. Petersstift zu Mainz

 

1487 : Schultheiß ist ein „Hen“

 

1488 St. Alban zu Mainz besitzt Güter in Sindlingen

 

1492 : Schultheiß ist ein „Contz“
Sindlingen besitzt mit 20 umliegenden Gemeinden und 3 Einzelhöfen Waldnutzungsrechte in der OberliederbacherMark. Diese zieht sich vom kleinen Feldberg bis Münsterund umfaßt die Distrikte „Staufen, Rossert, Eichkopf undDicknet“ mit einer Größe von etwa 3200 Morgen (800 ha).

 

1493 : Der Johanniterorden zu Mainz besitzt Güter in Sindlingen.

 

1496 : Schultheiß ist ein „Krine"

 

1500 nach Chr.


1526 : Das Kirchen-und Pfarrvermögen in Sindlingen umfaßt  19 Morgen im Oberfeld, 28 Morgen im Mittelfeld und 19 Morgen im Unterfeld sowie ein Drittel des großen Zehnten.


1560 : Schultheiß ist ein „Vältein Strauß"

 

1589 : Kurmainz läßt eine Schiffsmühle zwischen Sindlingen und
Kelsterbach im Main verankern; die Sindlinger Bauern brauchten
nicht mehr ihr Korn in Hofheim in der Obermühle zu mahlen, an die
sie „gebannt“ waren.

 

1598 : Erstmals wird eine Schule in Sindlingen erwähnt.

 

1600 nach Chr.


1608 : Sindlingen, das bisher zum Amt Hofheim gehört, wird dem
Amt Höchst zugeschlagen.

 

1609 : Bau der katholischen Pfarrkirche St. Dionysius an Stelle
einer baufällig gewordenen „Kapelle“ Der Turm steht heute noch.
In Sindlingen leben 210 Einwohner: 48 Ehemänner,2 Witwer, 48 Ehefrauen, 6 Witwen und 106 Kinder.
Es werden 12 „wehrfähige, unverheiratete Haussöhne“ mitihrem Alter genannt:
Phillipsen Hans, der jüngere 22
Kaspar Feix, 20
Marx Kles, 20
Velten Pfeifers Hans, 20
Phillipsen Hansen Walter, 17
Johann Pfeifer, 18
Nikolaus Kittel, 20
Johannes Kles, 17
Kaspar Wendels Hans, 28
Jakob Stern, 18
Hans Bixel , 21
Wolfgang Schmunk, 17

 

1614 : Kurfürst Johann Schweickard von Kronberg bewilligt der Gemeinde Sindlingen ein eigenes Ortsgericht und die Führung eines
Gerichtssiegels. (Haupt des hl. Dionysius mit Mitra auf einem Buch,
gehalten von zwei Armen, darunter das Mainzer Rad)

 

Schultheiß ist ein „Anthes Veix"

 

1618 bis 1648 : Im 30jährigen Krieg wird Sindlingen schwer
heimgesucht. Die Zahl der Haushalte geht von 52 auf 43im Jahr 1633 zurück.

 

1620 : Erstmals wird unsere Gegend vom Kampfgeschehen berührt, als derkaiserliche General Anholt sich mit seinen Truppen im Maingebiet einquartiert und die protestantischen Dörfer Ober-und
Unterliederbach ausgeplündert und niederbrennen läßt.

 

Pfarrer Hermes beginnt das erste Sindlinger Kirchenbuch

 

1622 : Am 20. Juni treffen Christian von Braunschweig und sein
Kontrahent, der Feldherr der katholischen Liga, Tilly, in der
„Schlacht bei Höchst“ aufeinander

 

1623 : Die Rechte der Herren und die Pflichten der Untertanen
werden im "Jurisdictonalia Sindelingen“ festgestellt und behalten ihre Gültigkeit bis in die nassauische Zeit. Alle Nachbarn sind katholisch und bis auf Schultheiß und Schulmeister, Leibeigene.

 

1628 : Die Pest wütet in Sindlingen

 

1631 : Der Schwedenkönig Gustav Adolf erscheint mit seinenTruppen vor Höchst, das ihm kampflos die Tore öffnet.

 

1633 : Schultheiß ist ein „Ludwig Haub"

 

Der „Flecken Sindlingen“ hat 43 Einwohner und 3 Witwen (jeweils Haushaltungen)

 

1649 : Der Gemeindeetat beträgt 683 Gulden an Einnahmen und 687 Gulden an Ausgaben.

 

1654 :
In Sindlingen stehen 17 Hofreiten leer; Die Zahl der
Haushaltungen ist auf 25 zurückgegangen. 50 Morgen Land nicht
bebaut, da sie herrenlos waren.

 

1654 : Schultheiß ist ein „Wendel Scheffer“

1667 : Aus dem Anteil des Weinzehnten für das St. Petersstift zu
Mainz geht die Bedeutung des Weinbaues in Sindlingen hervor, der in den Fluren des Leußgrund, Weidspitze, Okrifteler Weg, Auf dem Sand, Im Grimling, Auf dem Rich, am Zeilsheimer Weg betrieben wird.

 

1679 : In diesem Jahr werden über 400 OHM (=55 000 Liter) Wein in
Sindlingen geerntet.

 

1680 : Schultheiß Wendel Scheffer benennt 37 „Nachbarn“
(Haushaltsvorstände) in Sindlingen.

 

Bei einem Flächenbrand im unteren Teil der Gemeindegasse (Allesinastraße) fallen sieben Hofreitenden Flammen zum Opfer.

 

1688 : In Sindlingen wird ein „Schulhaus“ gebaut, das gleichzeitig als Rathaus, Schule und Gemeindeschmiededient.

 

1689 : In den französischen Eroberungskriegen unter Ludwig dem XIV büßen die Sindlinger durch fouragierendeTruppen ihre gesamte Ernte ein.

 

1690 : In einer großen Feuersbrunst am 7. Mai werden in Sindlingen
innerhalb von vier Stunden 26 Häuser, das Rathaus, 10 Scheunen
sowie 23 Kelterhäuser und Stallungen vernichtet. Ursache: Ein invalider Soldat zündet im Gasthaus „Adler“ eine Rakete, er wird später des Landes verwiesen.

 

1699 : Die Gemeinde verpachtet ihre Schafsweide auf 70 Jahre für 2000 Gulden an den Höchster Zollschreiber Johann Peter Bonn.

 

1700 nach Chr.

 

1700 : Die Gemeinde veräußert 1 Morgen des Haingrabens für
200 Gulden, um den Wiederaufbau des Rathauses zu
finanzieren.

 

Nach 1700 erbaut Pfarrer Humbert für seine beiden „unwürdigen Brüder“, so die Chronik, den imposanten Gasthof „Zum goldenen Löwen“ mit großen Stallungen

 

1708 : Sechs Sindlinger Bürger erhalten vom Kurfürsten Lothar
Franz von Schönborn die Erlaubnis, sich in den „Backhausgärten am Dorfgraben“ anzusiedeln. (erste Ortserweiterung)

 

1715 : Es gibt 81 Familien mit 245 Seelen im Ort.

 

1724 : Schultheiß ist ein Josef Neuser.

 

Am 29. Dezember findet die berühmt-berüchtigte„ Obstbaumexekution„ statt, (Siehe „Sindlingen, von Adalbert Vollert, Seite 45)

 

Bau der St. Anna Kapelle „vor dem Ort“.Gestiftet und errichtet von der Großfamilie Ickstadt – Weil – Neuser. Sie stand genau 200 Jahre und musste 1926 dem Verkehr weichen.

 

1734 : Auf dem Friedhof an der katholischen Kirche wird eine
Kreuzigungsgruppe aus Sandstein aufgestellt (heute links neben
dem Haupteingang der Kirche)

 

1740 : Die Brüder Andreas und Franz Vaccani erwerben in Sindlingen ein Landgut und beginnen in den Gebäuden der Hofreite mit der Fabrikation von goldenen und silbernen Besatzstücken. Die Herstellung wurde 1744 wieder eingestellt.

 

1744 : Schultheiß ist ein Christoph Specht

 

1748 : Das Gasthaus „Zum Stern“ wird erbaut. Es liegt in der „neuen
Gasse“ (Neugasse) Die Jahreszahl ist über dem Toreingang eingemeißelt

.

1760 : Der Frankfurter Handelsherr Karl Franz Allesina erwirbt für 11 200 Gulden das Sindlinger Hofgut des Galanteriewaren Franz Vaccani einschließlich der „aufgemauerten Terrasse“ am Mainufer und ein Herrenhaus.
Das Herrschaftshaus beherbergt das Atelier des bekannten Malers
Johann Andreas Benjamin Nothnagel von Frankfurt. Hier übte sich

Goethe, wie wir aus „Dichtung und Wahrheit“ wissen, in der Ölmalerei.
Die Säle und Zimmer des Hauses waren nach italienischem Geschmack ausgestattet. In Ihnen fanden Marmorstatuen und Büsten von Guiliano Ricci aus Livorne Aufstellung.

 

Pfarrer Feilen aus Echternach/Luxenburg wurde unter 36 Bewerber
die Pfarrei übertragen

 

1761 : Die Gebrüder Allesina erzielen in einem Jahr einen Reingewinn von 40 000 Gulden.

 

Neue Orgel in St. Dionysius (Erbauer Köhler aus Frankfurt.

 

1762 : Großes Notjahr (7-jähriger Krieg) Gott schenkt eine sehr frühe Ernte (28. Juni)

1764 : Karl Franz Allesina stirbt und vererbte das Landgut in
Sindlingen seinem Patenkind Karl Franz Schweizer, dem ältesten Sohn seiner Nichte in Frankfurt, unter der Bedingung, daß dieser den Namen Allesina weiterführe.

 

1771 : Die Sindlinger Amtsstatistik erwähnt 70 „Nachbarn“ (162
Erwachsene, 214 Kinder und 20 Dienstboten), die 2193 Morgen Land bewirtschaften und 26 Pferde, 42 Ochsen, 130 Kühe, 21 Rinder und 142 Schweine besitzen.

 

Schultheiß ist ein Peter Hahn. (und 1781)

 

Bei den Berufsangaben fallen zwei aus dem Rahmen: Der
„Chirurgus“ Johannes North wird vermutlich im städtischen Höchst
praktiziert und der „Bossierer“ Johannes Spengler in der dortigen
Porzellanmanufaktur gearbeitet haben.

 

Die Sindlinger Gemarkung umfaßte damals 2586 Morgen Ackerland,
16 Morgen Wiesen, 75 Morgen Viehweide und 20 Morgen
zehntfreies Herrschaftsland.*

 

Matthes Weber wird als Gemeindeschmied benannt.

 

1774 :(am 30. Mai) Der Frankfurter Handelsherr Johannes Maria Allesina und Franziska Klara geborene Brentano feiern mit Verwandten und Freunden ihre Goldene Hochzeit in Sindlingen; zu den Gästen
zählen der 24jährige Johann Wolfgang Goethe sowie der Höchster
Schnupftabakfabrikant Josef Maria Markus Bolongaro.

 

 Die Gemeinde zählt 450 Einwohner

 

1778 : Das Gemeindevermögen besteht aus: Ein neu gebautes, zweistöckiges Gerichtshaus 500 Gulden, ein Schulhaus mit Lehrerwohnung und Gemeindeschmiede unter einem Dach 400 Gulden,
ein Back-und Hirtenhaus 150 Gulden, 9 Morgen gemeindeeigenes Ackerland 800 Gulden, die 30 Morgen große Oberweide 2000 Gulden,
die 45 Morgen große Unterweide 3000 Gulden, drei Weidenwörthchen am Main 4 Morgen 800 Gulden, 9 Morgen Wiese 600 Gulden
Die jährliche Pacht der Schafweide 125 Gulden
Jährlicher Erhalt aus dem Höchster Zoll, da die Gemeinde kein Brückengeld an der von ihr erbauten steinernen Brücke oberhalb des
Ortes erhebt. (Brücke über den Lachgraben) 50 Gulden
Dies ergibt zusammen ein Vermögen von: 8420 Gulden

 

1780 : In Sindlingen gibt es 86 numerierte und 2 nicht numerierte Wohnhäuser, 40 Scheunen, 1 Kirche im Ort, 1 Kapelle „an der Landstraße vor dem Ort“ sowie 12 (zwölf) Brunnen.


Der Kleeanbau wird in unserer Gegend üblich. (ewiger Klee)

 

Pfarrer Arend erstellt die erste Pfarrchronik über Ursprung, Patronat und Seelsorge der Pfarrei, so wie eine Liste derPfarrherren seit 1620

1781 :An der Landesgrenze zwischen dem kurmainzischen Sindlingen und dem isenburgischen Okriftel findet eine„Grenzrevision“ statt.

 

Schultheiß ist Peter Hahn.

 

1783 : Die Bäckerei Schäfer in der Gemeindegasse (heute Huthmacherstr. 5) wird gegründet
1784 : Ende Februar werden durch das Hochwasser des Mains 11
Wohnhäuser beschädigt. Der Wasserstand ist derbisher höchste Stand der in Sindlingen gemessen wurde. (Torpfosten am Wohnhaus Stappert, Alt Sindlingen)

 

1795 : 12. Oktober: Gefecht Zwischen Sindlingen undHöchst.(Koalitions-und Freiheitskriege 1792 bis 1814) Die Franzosen greifen von Sindlingen her Höchst an (Koalitionstruppen)

 

1796 : In Sindlingen gibt es 74 Haushaltungen; die Gemeinde nimmt einen Kredit von 17 500 Gulden auf zur Bestreitung der Kriegskosten.


1797 : Pfarrer Heusslein übernimmt die Pfarrei.


1799 : 5. Oktober: Angriff der Franzosen auf den kurmainzischen
Landsturm zwischen Sindlingen und Höchst (zeitgenössisches Guasch (Bild) im Historischen MuseumFrankfurt)

 

1800 nach Chr.


1801 : Das Haingrabengelände wird geschleift und für Bauplätze

verwendet.

 

1802 : 11. Oktober: Die nassauische Regierung ergreift Besitz von Sindlingen, bevor der Reichsdeputationshauptschluß vom 24. März 1803 rechtskräftig wird.

 

1803 bis 1814 : Schultheiß ist ein Josef Westenberger

 

1804 : Pfarrer Heusslein läßt den Hochaltar erneuern, weil er sehr
„misserim“ war. Schreinermeister Johann Adam Appel aus Höchst und Bildhauer Johannes Leimer aus Schwanheim fertigen für 1000 Gulden nach Plänen des Landbaumeisters Schuttermeier (Taymer) einen Hochaltar an.

 

1805 : Der gemeinsame Waldbesitz hat sich nicht günstig auf die

Nutzung ausgewirkt. Die von dem Forstjäger Karl Nathan

angefertigte „Generalkarte sämtlicher zur Unterliederbacher Mark gehörenden Walddistrikte“ bildet dieGrundlage, nach der Oberjäger Genth die Anteilflächen für die einzelnen Gemeinden entsprechend dem vorhandenen Baumbestand, dem Bodenwert der Waldfläche und der Einwohnerzahl der beteiligten Orte errechnet. Sindlingen erhält einen Anteil von genau 174 Morgen 136 Ruten 95 Schuh 88 Zoll, nach heutigen Maßen etwa 44 ha.
Der „Sindlinger Wald“ liegt im Bereich des „Staufen“. Erfiel 1917 an Höchst und 1928 bei der Eingemeindung an Frankfurt.

 

1806 : Der Flutgraben in Richtung Zeilsheim (Welschgraben) wird
tiefer ausgehoben und verbreitert.

 

1808 : Aufhebung der Leibeigenschaft in Nassau und Wegfall der

damit verbundenen Dienste und Abgaben.
Die Gemeinde löst mit 700 Gulden die Verpflichtung ihrer Bürger, auf dem herrschaftlichen „Wiesenhof“ bei Schwanheim  „in der Fron das Heu zu machen"

 

1809 : Das örtliche „Hubengericht“ (Hofgericht des Zehnthofes) wird
aufgehoben.

 

Pfarrer Heusslein zieht in das neue Pfarrhaus ein, das der herzoglich nassauische Domänenfiskus als Nachfolger des Stiftes St. Peter zu Mainz erbauen ließ.

 

1810 : In Sindlingen gibt es 98 Häuser mit 570 Bewohnern sowie
sechs Gastwirtschaften:

Zum goldenen Adler
Zum goldenen Engel
Zum Stern
Zum grünen Baum
Zum goldenen Löwen
Zum weißen Schwan

 

Der Viehbestand beträgt:
21 Pferde
43 Ochsen
168 Kühe
51 Rinder
250 Schafe
8 Ziegen
187 Schweine


1811 : Am „Roten Weg“ wird das Feldkreuz errichtet


1812 : Drei neue Glocken für den alten Turm


1813 : Beim Rückzug der Franzosen nach dem Rußlandfeldzug hat
Sindlingen „stark gelitten“. Wohnungen wurden geplündert,

Lebensmittel aufgezehrt, Vieh mitgenommen

 

1815 bis 1825 : Schultheiß Peter Huthmacher.

 

1818 : Die katholische Kirchengemeinde unter Pfarrer Heusslein
bittet um die Genehmigung zum Bau einer neuen Pfarrkirche. Im Jahre 1609 zählte die Gemeinde 160 Seelen, jetzt aber war sie auf 560 Glieder angewachsen; die alte Kirche war zu klein geworden.

 

1820 : Der Friedhof wird verlegt, um Platz zu schaffen für den
Kirchenneubau. Zukauf des Zehnthof-Gartens. Das alte Beinhaus
wird abgetragen.


1823 : Im Mai beginnen die Abbrucharbeiten an der alten Kirche. Nur der Turm bleibt erhalten. Neubau der katholischen Pfarrkirche nach den Plänen des Landesbaudirektors Götz; 1825 eingeweiht.
Grundsteinlegung ist am 25. Juni 1823 durch Pfarrer Heusslein.

Proben von dem im Vorjahr erzeugten Sindlinger Wein und Feldfrüchte aus der Gemarkung wie Korn, Weizen, Gerste Hafer, Wicken, Erbsen und Linsen sind im Grundstein enthalten.
Die Baukosten betragen 40 811 Gulden. (700 Sitzplätze)
Für die geplanten zwei Türme ist kein Geld vorhanden, der alte Turm bleibt neben der Kirche stehen. (heute unter Denkmalschutz)

 

1825 bis 1836 : Schultheiß ist Philipp Huthmacher.

 

1827 : Das erste Dampfschiff fährt auf dem Main von Mainz bis
Frankfurt. Die Wassertiefe des Mains beträgt nur ca. 1,00 m.
Auf der Höhe von Sindlingen gibt es zwei kleine Flußinseln.
Der Güterverkehr auf dem Main wird mit flachgehenden, 10 bis 15

Meter langen Lastkähnen - „Schelche“ genannt - bewerkstelligt.


1829 : Zwei Gemälde; Bartholomäus von Spranger, Geißel und
Dornenkrone Anton von Schweitzer, für die Seitenaltäre.


1831 : Die alte Orgel wird wieder aufgestellt. 1925 und 1937 restauriertund auf Elektrik umgerüstet, für Notfälle ist der Blasebalg noch erhalten.

 

1832 : „Durchbruch“ der Allesinastrasse. Haus Löllmann muß

 weichen.

 

1833 : An einer neu eröffneten Baulinie (heutige Allesinastr) wird ein
neues Schulhaus für 6139 Gulden errichtet; darin sind die
Gemeinderatsstube sowie zwei Lehrerwohnungen untergebracht

.

1836 bis 1849 : Schultheiß ist Johannes Schmitt.

 

Nach der 1848er Revolution wurden die vom Landesherren ernannten Schultheißen abberufen und die Dorfvorsteher, jetzt Bürgermeister genannt, gewählt.

1840 : Baubeginn der Eisenbahnlinie Frankfurt - Höchst - Wiesbaden.


1841 : Schweres Hochwasser


1843 : In Sindlingen gibt es 125 Häuser mit 185 Familien und 805
Einwohnern. Die Größe der Gemarkung beträgt 2419 Morgen.

 

1846 : Die Sindlinger Grundbesitzer des Domänenfiskus lösenmit 41 000 Gulden ihre Zehntverpflichtung ab.


1848 : Im Ort bildet sich nach den Märzunruhen ein

„Sicherheitskomitee“ zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung. Die Märzrevolution wendet sich gegen Pfarrer Vogelsang.
Nach blutigen Schlägereien wird er nach Assmannshausen versetzt.

 

Die Gemeinde verzichtet auf die Zahlung von Schulgeld.

 

An Sindlingen vorbei wird die Bahnlinie Frankfurt-Mainz Kastell

eröffnet. (eigener Bahnhof erst ab 1893
)
1849 : Die vom Herzog ernannten Schultheißen werden durch
gewählte „Bürgermeister“ ersetzt. Der neue Bürgermeister in Sindlingen bleibt der Alte: Johannes Schmitt wirdgewählt und bleibt bis 1854 im Amt.

 

 1850 nach Chr.


1850 : Pfarrer Jacobi will die Kirche verkleinern.

 

1851 : In Sindlingen wird das Stockbuch eingeführt.

.
1854 bis 1875 : Bürgermeister ist Philipp Glatt

 

1858 : Nach dem Tod des jüngeren Bruders von Karl Franz Allesina-
Schweitzer kommt das „Schweizerische Gut“ in den Besitz eines

Russen, der es allerdings bald weiterverkauft

 

1859 : Mit dem „Männergesangverein“ wird in Sindlingen der
erste Ortsverein gegründet.

 

1863 : Januar: Die „Chemische Fabrik Meister, Lucius & Co." -die heutige Hoechst AG- nimmt in Höchst ihren Betrieb auf; die Belegschaft besteht aus 5 Arbeitern, 1 Chemiker und 1 Kontoristen


1866 : Juni: Im östereichischen-preußischen Krieg liegen
Bundestruppen in Höchst, die von Sindlingen mit verpflegt werden.

 

4. August: Die Übernahme des Herzogtums Nassau durch
Preußen wird amtlich bekannt gegeben. (Sindlingen, Kreis Höchst, Regierungsbezirk Wiesbaden, Provinz Hessen-Nassau)


Am 26. 12. wird Herbert von Meister geboren (+2. 1. 1919)


1869 : Sindlingen beginnt mit der Aufstellung eines Grundbuchkatasters.

 

1870/71 : Im deutsch-französischen Krieg sind 37 Sindlinger dabei;

vier kehren nicht mehr zurück.


1872 : Der Männergesangverein „Germania“ wird in der

Korbmacherwerkstatt Kopai in der Weinbergstraße gegründet.


1873 : Am 27. 11. wird Else von Meister geb. Humser geboren

 

Der Krieger und Militärverein wird gegeründet

 

1875 bis 1888: Bürgermeister ist Andreas Schmidt.


Der Turnverein Sindlingen wird gegründet.


1875 : Sindlingen überschreitet die 1000 Einwohnergrenze.

 

Die Kohlenhandlung Buch, Okriftler Str. 22, wird gegründet. Sie ist

eine der ersten Nutznießer der 1886 erbauten Werftanlage, dem Landungsplatz, sie löschen Stein-und Braunkohle direkt vom Schiff auf die Pferdefuhrwerke.

 

1878 : Die Eisenbahnlinie Frankfurt - Höchst - Limburg an der Lahn wird in Betrieb genommen.


Am 25. 08. 1878 wurde das Kriegerdenkmal am Dalles enthüllt.
Später wurde es an der Straße „Zur Friedenseiche“ zwischen Allesina-und Farbenstrsße aufgestellt, In den 80er Jahren wurde es vom

Garten-Bauamt der Stadt Frankfurt am Main wegen
angeblicher Baufälligkeit abgebaut und ist seit dem spurlos

verschwunden.

 

1880 : Gründung des Baugeschäftes Johann Philipp Einig.

 

1881 : Männergesangverein „Sängerlust“ wird gegründet

 

1882 : Schweres Hochwasser (wie 1841)


1885 : Sindlingen hat 1497 Einwohner und 206 Wohnungen sowie acht öffentliche und 45 private Brunnen. Von den berufstätigen
Einwohnern sind 60% Landwirte, 30% Fabrikarbeiter und 10%
Handwerker.

 Ein Oberräder Brauereibesitzer erwirbt das „Schweizerische Gut“und eröffnet eine Gastwirtschaft imehemaligen Herrenhaus.


1886 : Die Gemeinde läßt für 2000 Mark eine „Mainwerftanlage“, einen Landungsplatz für Schiffe zum Aus-und Einladen von Gütern,
errichten. Die in Höchst und kurz unterhalb von Sindlingen
errichteten Staustufen (Nadelwehr) brachten mit entsprechenden
Baggerarbeiten die Fahrrinne auf eine Wassertiefe von 2,20 Meter
Der nach wie vor rentablen Holzflößerei wird durch „Floßgassen“ in den Staustufen Rechnung getragen. Am Landungsplatz wird das in Sindlingen benötigte Bauholz mit Flößen angelandet und hier auch zum Teil von den ansässigen Handwerkern verarbeitet.

 

1888 bis 1917 : Bürgermeister Franz Josef Huthmacher, ab 1908
hauptamtlicher Bürgermeister.


1889 : MGV „Meenzer-Hof-Gesellschaft“ wird gegründet.


1892 : Am „Dalles“ wird eine Fuhrwerkswaage in Betrieb genommen und ein Wiegemeister bestellt.


Bei Ausschachtungsarbeiten an den Häusern „Farbenstraße Ecke
Am Lachgraben“, werden alemanisch-fränkische Gräber gefunden.
Nach Dr. F. Quilling werden die Gräber ins 4. bis 9. Jahrhundert
zurückdatiert. Funde von Grabbeigaben lassen diese Datierung zu.
(Siehe auch Literatur)

 

Die Freiwillige Feuerwehr Sindlingen wird gegründet.


1893 : Die Eisenbahnhaltestelle Sindlingen-Zeilsheim wird
eröffnet. (Strecke Frankfurt-Wiesbaden)

 

1895 : Der „Stenographenverein Sindlingen“ gründet sich


1897 : Im Main wird eine „endlose“ lange eiserne Kette verlegt, an dersich ein dampfgetriebener Kettenschlepper mit seinen Lastkähnen
den Fluß aufwärts zog. (4 700 000 armdicke Glieder von Mainz bis
Würzburg) Ende der 20er Jahre wird die Kettenschleppfahrt eingestellt, die Kette wird 1938 aus dem Fluß gezogen.


1898 : Radfahrerverein Germania geht in Gründung


1899 : In der Neugasse, heute Alt Sindlingen wird die Firma
Warenhaus Bayer gegründet, Vorgängerin der Süßwarenhandlung
Carl Regenbogen.


1900 nach Chr.

 

1900 : Die „alte Schule“ wird um einen Klinker-Anbau erweitert.

1901 : Die Gemeinde Sindlingen stellt einen Antrag auf Einrichtung einerGüterhalle am Bahnhof. Der Antrag wird erst einmal abgelehnt.


Die Sanitätskolonne Sindlingen (DRK Ortsgruppe Sindlingen) und der 1. Sindlinger Schwimmclub werden gegründet

 

1902 : Gründung der evangelischen Kirchengemeinde in Sindlingen.- Zeilsheim;

 

1906/07 : (Familie von Meister) Herbert von Meister, ein Sohn des Farbwerkgründers, erwirbt das Schweitzerische Gut und erbaut 100 Meter südlich des alten Herrenhauses die „Villa Lindenhaus“.
Architekt der nachbarocken Wohnpracht ist der Königlich-Preußische Baurat Franz von Hoven.


1904 : Die „Villa Meister“, wie die Villa Lindenhaus im Ort landläufig
genannt wird, wird ihrer Bestimmung übergeben und bezogen

 

Der Obst und Gartenbauverein wird gegründet

 

1905 : Mit Höchst finden erste Verhandlungen wegen einer
Eingemeindung statt


Die Villenkolonie wird ausgewiesen


6. April Durch zwei wildernde Hunde wurden zwei eingepferchte
Schafsherden bedrängt. Die eine Herde wurde im Feld versprengt,die andere Herde in den Main getrieben, wodurch 14 Schafe ertranken.


Die evangelische Kirchengemeinde wird gegründet.

Die Gemeinde umfasst Sindlingen und Zeilsheim, 1. Pfarrer bis 1930 ist Ludwig Weber


1906 : Am 12. November weiht Dekan Pfarrer Brückmann das Schwesternhaus Sankt Joseph. Er begrüßt die ersten Schwestern der „Armen Dienstmägde Jesu Christi“: Oberin Bilhilda, Sr. Simon als
Krankenschwester, Sr Julietta als Leiterin des Kindergartens.


Pfarrer Brückmann stirbt einen Tag nach der Einweihung an einem
Herzschlag.


Grundsteinlegung der evangelischen Kirche und Pfarrhaus, Einweihung 1907 dank einer großzügigen Spende der Familie von Meister.

 

Der Reiterverein Sindlingen gründet sich.


Die Volkszählung in Sindlingen am 1. Dezember ergibt:
387 bewohnte Wohnhäuser
7 unbewohnte Wohnhäuser
1 Hütte, Zelte, Schiffe
701 gewöhnliche und Einzelhaushaltungen
1 Anstalt
1482 männliche Personen
1453 weibliche Personen
790 evangelische Christen
2143 katholische Christen
1 anderer Christ
1 Jude
2935 Gesamteinwohnerzahl gegenüber 2508 am 1. 12. 1900


Errichtung einer Hochseilfähre zwischen Sindlingen-Kelsterbach


Freitag der 3. März 1906, Pressenotiz im Höchster Kreisblatt:
Sindlingen. Der Hofheimer und der Okrifteler Weg so wie die Bahnstraße sollen Probeweise asphaltiert werden, auch ist der Bau

eines Elektrizitätswerks in Beratung gezogen worden. (Fehlt nur noch ein Zirkus, ein Schwimmbad und eine Artillerie-Kaserne. D.Red.)

 

1906/07 : Die evangelische Kirche wird gebaut


1907 : Im Sankt Josephshaus wird der Kindergarten mit 120 Kindern eröffnet; 107 Kranke gepflegt; 107 Nachtwachen geleistet.


Der Kleintierzuchtverein wird gegründet


Die Gemeinde hat einen Bauplan für die neue Schule anfertigen lassen Nach demselben sind 12 Lehrsäle, i Zeichensaal,1Turnhalle, 2 Lehrer- und eine Pedellwohnung vorgesehen. Als Bauplatz ist Gemeindeland an der Hattersheimer Straße in Ausssicht genommen. Der Plan bedarf der Genehmigung.

 

1908 : Sindlingen erhält einen hauptamtlichen Bürgermeister. Franz Josef Huthmacher bleibt bis zur Eingemeindung nach Höchst im Amt. Die ehrenamtliche oder nebenberufliche Aufgaben des Bürgermeisters
erfüllte er schon ab dem Jahr 1888.


Im St. Josephshaus wird die Handarbeitsschule eröffnet.


Deutsche-Jugend-Kraft Sindlingen (DJK) wird gegründet

 

1909 : Sindlingen wird an die Trinkwasserversorgung der Stadt

Höchst angeschlossen. Die neue Leuchtgasleitung wird verlegt.


Das katholische Pfarrhaus steht wegen Reparaturbedürftigkeit seit
zwei Jahren leer. Jetzt werden 12 000 Mk vom Fiskus bereit gestellt für eine Renovierung und den Anbau einer Kaplanwohnung.
Die Miete für den Geistlichen übernimmt in dieser Zeit der Staat

 

Ein „Lokalgewerbeverein Sindlingen“ und der „Militärverein Sindlingen“ gründen sich.


1910 : Am nordwestlichen Ortsrand (Verlängerung der heutigen
Gustavsallee) entsteht durch Initiative von Herbert von Meister die
Sindlinger „Villenkolonie“ für Angestellte der Farbwerke Höchst.

 

Sindlingen wird von den Farbwerken mit Leucht-und Kochgas
versorgt; 1915 erfolgt der Anschluß an die Hessen-Nassauische
Gas AG. Am 14. Juli brannten in einem Teil der Ortsstraßen zum
ersten Mal die Gaslaternen.

Am 1. September 1910 gründet Vincenz Schmidt die Spenglerei, aus der später die Firma Tratt Sanitär-und Heizungstechnik hervor geht

 

Von der Böschung am (alten) Friedhof nach dem Main hin, wollen
verschiedene Anlieger Gemeindegelände erwerben, teils zu Bau-, teils zu Gartenzwecken. Die Gemeinde hat die Rute mit 140.00 Mark

bewertet.


Der „1. F.C. Viktoria Sindlingen“, die „Freie Turnerschaft
Sindlingen“ und der „Touristenclub Sindlingen“ werden gegründet

 

Die Friedenseiche (Friedensgedächtniseiche) wird gepflanzt.
Erinnerung an den Sedantag 1870/71

 

1911 : Das neue Schulgebäude, die Meisterschule, benannt nach
Herbert von Meister, wird eröffnet.


Die ersten Stromleitungen werden verlegt


1912 : Der „Neue Friedhof wird angelegt, erste Bestattungen 1912. Eine der ersten Bestattungen war eine Anna Maria Diener geborene
Westenberger * 12. 05. 1861 + 15. 11. 1912, (1. Grab links nach dem Eingang (Hardt), siehe Rückseite des Steins)


1913 : In Sindlingen wird mit dem Bau der Ortskanalisation begonnen, mit Anschluß an die Höchster Kläranlage.


Die Akte Flurbereinigung wird nach einer Eigentümerversammlung am 4. Juni 1913 mit der kurzen Notiz geschlossen: „Es ist keine Stimmung für eine Konsolidierung in Sindlingen vorhanden.“ Pläne hierfür wurden seit 1888 hin und her geschoben; eine Konsolidierung fand bis heute (2006) nicht statt.


1914 : Sindlingen hat 3526 Einwohner

 

 Der Gemeindeetat verzeichnet 347 945 Mark Einnahmen 344 185 Mark
Ausgaben.


Der Bauverein für Höchst am Main und Umgebung wird gegründet. (18. April 1914)


Die Bahnstraße wird gepflastert.


Der Zeilsheimer Weg soll zwischen Taunusbahn und Hessischer
Ludwigsbahn gepflastert werden.


Die Ausmalung der kath. Kirche St Dionysius soll begonnen werden.

 

Das Gastwirtschaftsgebäude „Zum Löwen“ wird durch seinen
Besitzer Theodor Warker freiwillig versteigert.


Der Landungsplatz bekommt eine befestigte Zufahrt über die
Mainstraße (heute Allesinastr.)


Einbau des Hochaltarbildes durch Bildhauer Roth aus Zeilsheim.
Vorher Kreuzigungsgruppe (Siehe Bild)

1917 : Sindlingen wird zusammen mit Zeilsheim und Unterliederbach nach Höchst eingemeindet.
Bis zur Eingemeindung führt Sindlingen die amtliche Bezeichnung
„Sindlingen am Main“


1918 : Im ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 hat Sindlingen 49  Gefallene und 8 Vermißte zu beklagen.

 

1919 : Dem frei gewählten Höchster Stadtparlament gehören sechs
Vertreter aus Sindlingen an.

 

Herbert von Meister stirbt am 2.Januar und wird in „Höchst am Main-Sindlingen“ auf dem neuen Friedhof beerdigt. Das Grabmal wird von dem Frankfurter Bildhauer Vanoli geschaffen.


Der Gasthof „Zum Löwen“ wechselt sein Besitzer. Herr Warker verkauft sein Anwesen nebst Garten (heute Hotel Post) an Herrn Metzgermeister Franz Rötger.


1920 : Der Bauverein beginnt mit der Errichtung der Ferdinand
Hofmann-Siedlung.


Das Sängerquartett „Arion“ wird gegründet


1924 : Das Wegekreuz am Dalles wird von der kath. Gemeinde erneuert.


1925 : Das St. Josephshaus wird durch den Neubau der Nähschule über dem Kindergarten erweitert.


Der „1. Sindlinger Karnevalverein wird gegründet.


1926 : Der Schachclub Sindlingen geht in Gründung


1927 : Der Uferweg vom Mainberg bis zur Fähre wird ausgebaut und
befestigt. Geplant ist eine Verlängerung bis Okriftel.


Die Gärtnerei Hermann Topel in der Mainstr. 13 eröffnet ihr neues
Betriebsgelände in der Mainzer Landstr. gegenüber dem Friedhof.


1928 : Sindlingen wird als Stadtteil von Höchst nach Frankfurt
eingemeindet; es bringt 661 ha Land und 4303 Einwohner mit.


Der Schützenverein Sindlingen wird gegründet


1929 : Einweihung des evangelischen Schwestern-und Gemeindehauses mit Kindergarten und Altersheim in der Gustavsallee.


Der zweite Bauabschnitt der Herbert von Meisterschule wird seiner
Bestimmung übergeben. Die Stadt Frankfurt am Main erfüllt hiermit
einen Teil der Verpflichtungen aus dem Eingemeindungsvertrag

Der Turnverein weiht am 13. und 14. Juli seinen Turnplatz mit
Turnerheim in der Farbenstraße ein.


Im Restaurant „Zur Eisenbahn“ (Union-Lichtspiele, heute Sindlinger
Bahnstr. 110) findet an Fronleichnam- Nachmittag ein elektronisches Gartenkonzert statt, veranstaltet von der Rundfunkabteilung des Kaufhauses Schiff (Höchst). Der Eintritt ist frei. Versprochen wird eine „naturgetreue Wiedergabe mit einem Großkraftverstärker für 2500 Personen“


1930 : Die katholische Kirchengemeinde St. Dionysius weiht unter ihrem Pfarrer Lorenz Steinmetz das neue Jugendhaus in der
Huthmacherstraße ein. Oberstadtbauinspektor Deutschle entwarf die Pläne und leitete den Bau.


Am Sindlinger Wasserturm hat man eine Fundamentsenkung

festgestellt. Der Turm selbst steht noch im Lot. Eine Unterkeilung mit Eichenholz wird prophylaktisch vorgenommen.


1931 : Nach dem in Eddersheim und Griesheim moderne Staustufen ihren Dienst aufgenommen haben, werden die kleinen Nadelwehre
stillgelegt, so auch die Schleuse zwischen Kelsterbach und Okriftel.
Heute ist die alte Schleusenkammer Pumpstation für Tankschiffe zur Versorgung des Frankfurter Flughafens mit Kerosin.


Der Kanu-Club Kapitän Romer wird gegründet


1934 : Am 16. Oktober wird die Jakob-Sprenger-Höhe unter großem
Aufwand mit Fahnen und Flaggenschmuck, unter Beteiligung aller
Ortsvereine und der „nationalsozialistischen Formationen“ eingeweiht. An der Villa Caspar fand der Vorbeimarsch vor den Ehrengästen statt. Der anschließende Fackelzug führte zur „Höhe“ (Jakob Sprenger war nationalsozialistischer Gauleiter von Frankfurt). Die „Höhe“ befand sich unterhalb des heutigen Bootshauses, die Kehre am Abgang des Willi-Schmied-Wegs vom Bootshaus zum Main ist ein letztes Relikt der Anlage.


Am 15. November 1934 wurden nachts in der Okrifteler Gemarkung die beiden Sindlinger Hans Sittig und Nix dabei erwischt, wie sie mit einer stark blendenden Lampe das Feld nach Wild absuchten. Sie ergriffen die Flucht und konnten unentdeckt nach Sindlingen entkommen. Da Sittig jedoch als Wilderer bekannt war und man sein auf der Flucht zurückgelassenes Fahrrad gefunden hatte, konnte er überführt werden.


1937 : Die Orgel in St. Dionysius wird renoviert


1939 : Sindlingen hat 4952 Einwohner.

 

1. September Kriegsanfang.


1940 : Am 16. Dezember erste Bomben auf Sindlingen. (Zwei Flugzeuge,  Sprengbomben und 24 Brandbomben)


1941 : Am 12. August 1941 wird der katholische Kindergarten St. Joseph geschlossen. Er war zuletzt von 90 Kindern besucht. Eine Kindergartenschwester und eine Helferin waren hier tätig. Die National
Sozialistische Volkswohlfahrt übernahm weiterhin die Leitung des
Kindergartens, katholisch Mütter schickten aber ihre Kinder nicht mehr dorthin.
Ebenso wurde die von einer Dernbacher Schwester geleitete und von etwa 20 Frauen und Mädchen besuchte Nähstube am 1. August 1941 aufgelöst. (Literatur-Hinweis Fußnote 1*)


1942 : Am 12. 08. fallen 500 Brandbomben, 4 Sprengbomben, geworfen on 3 Flugzeugen (8 Scheunen, 2 Wohnhäuser und die Kirche
werden getroffen.


1945 : 26., 27. und 28. März Kampfhandlungen mit 7 Toten
28. März (Mittwoch vor Gründonnerstag) rücken die Amerikaner von
Hattersheim kommend in Sindlingen ein, ohne dabei einen Schuß
abzufeuern. Die Gis fordern die Sindlinger auf, weiße Fahnen zu
zeigen, was auch prompt befolgt wird.

Im Mai ist der Krieg zu Ende. Sindlingen ist glimpflich davon gekommen. Die Farbwerke Hoechst ist entgegen allen Vermutungen nicht angegriffen worden.
Erst sehr viel später, in den 90er Jahren, wird durch einen Zufall der wahre Grund geklärt: Hoechst sollte für die amerikanische Armee ein Logistik Zentrum werden. Höchst, Zeilsheim, Sindlingen, Kelsterbach und Schwanheim wurden daher nicht angegriffen. (Info: Dr. Metternich)

Bombenschäden durch Brandbomben waren festzuhalten, in der Katholischen Kirche (Apsis), Zehnthofscheune, Scheune und Wohnhaus Regenbogen in der Ranzengasse, Scheunen Hofmann-Schmelz Nr. 7, Westenberger (Neugässer) Nr. 5, und Haus Nr. 3 in Alt Sindlingen. Alle durch Bomben beschädigten Gebäude wurden noch während des Krieges wieder aufgebaut.

 Insgesamt gab es in Sindlingen 54 Hausbrände, 2 Dachstuhlbrände und 8 Scheunenbrände. 3 Häuser wurden durch Granateinschläge beschädigt.


Beschlagnahmung der Villa von Meister, der Villenkolonie und der
Bauverein-Siedlung durch Engländer und Amerikaner.


1946 : Harmonika-Orchester Sindlingen wird gegründet, ebenso die
Sportgemeinschaft Sindlingen.


Es gründen sich „Arbeiterwohlfahrt Sindlingen“, „Kleingartengemeinschaft im See“ und der „Kleingartenverein
Sindlingen“


1947 : Die „Kolpingsfamilie Sindlingen“ und die „VdK.- Ortsgruppe
Sindlingen“ werden gegründet

 

1950 nach Chr.


1950 bis 1951 : Bau der Flüchtlingssiedlung „Friedenau“ im
nordwestlichen Gemarkungsgebiet. (Verwaltungstechnisch zu Zeilsheim gehörend)


1952 : Pfarrer Steinmetz stirbt nach 30jähriger seelsorgerischer Tätigkeit in Sindlingen. Die von der Gemeinde anläßlich seines 30 jährigen Jubiläums gestiftete St. Antoniusglocke läutet zum erstenmal aus Anlaß seines Todes


1954 : Verlegung der Höchster Farbenstraße an den nördlichen Rand der Höchst AG.


1955 : Die Schwestern der „Armen Dienstmägde Jesu Christei“ im
St. Josephshaus pflegen 635 Kranke; Es werden 3850 Besuche gemacht; 20 Nachtwachen gehalten Alle diese Leistungen waren kostenlos !!!


1960 : Der Sportplatz am Kreisel wird eingeweiht, Nach der
Zwischenlösung des Sportplatzgeländes im Bereich der heutigen Mainbrücke (Autobahn), wohin das Sportgelände von der Mainufer-Wiese, (oberhalb der neuen Farbwerksbrücke), verlegt wurde. Davor bestand ein Sportplatz in der Nähe des alten Wasserturmes. (In der
„Russenkaut“, benannt nach den dort früher gebrannten Backsteinen, den „Russen“).


1961 : Der Deutsch-Französiche Musikkreis wird gegründet. (Theo Sittig)


1961 und 1983 : umfangreiche Kirchenrenovierungen mit Einbau des 14-Nothelferschreines (1961) unter Dekan Zaucker.


1962 : Im Januar beginnen die ersten Rodungsarbeiten für den Bau
des neuen Klärwerks der Stadt Frankfurt am Main


1963 : Bau des katholischen Gemeindezentrums St. Kilian in der
Albert-Blank-Straße. (Einweihung am 22. September 1963)


Einweihung des Bürgergemeinschaftshauses in Sindlingen.


Einweihung der Jahrhunderthalle der Höchst AG; diese liegt noch einschließlich der Parkplätze in der Sindlinger Gemarkung.


1964 : Sindlingen hat 12 297 Einwohner in 4156 Wohnungen.


1965 : Die Kindertagesstätte in der Pfingstbornstraße wird eröffnet.


1966 : Die erste Ausbaustufe des Klärwerks an der Kelsterbacher Fähre nimmt den Betrieb auf.


1968 : Neues Bahnhofsgebäude an der Eisenbahnhaltestelle Sindlingen.

Bau der Fußgängerbrücke über die Höchster Farbenstraße; sie wird ein paar Jahre später wieder abgerissen, da sie kaum benutzt wurde.


Die Gasversorgung wird von Stadtgas auf Erdgas (zunächst E-Gas- eine Zwischenlösung ) umgestellt. (März)


Der Kindergarten in der Herbert von Meisterstraße wird völlig
umgebaut.


1969 : Das neue katholische Pfarrhaus (Auf dem alten Friedhof) wird bezogen.


1973 : Einweihung des Gemeindehauses der evangelischen
Kirchengemeinde Sindlingen Nord.(Arche)


1973 bis 74: Prozeß im Sindlinger Bürgerhaus gegen Astrid Proll, Mitbegründerin der RAF-Gruppe „Bader-Meinhof“; das aus Sicherheitsgründen zur „Festung“ umgebaute Bürgerhaus wird erst ende 1974 für öffentliche Veranstaltungen wieder freigegeben.


Der Motorbootclub Sindlingen wird gegründet


Die Ludwig-Weber-Schule wird ihrer Bestimmung übergeben.


1974 : Die „Falken-Jugend Sindlingen“ wird gegründet.


1975 : Die „Freunde von Alt-Sindlingen“ veranstalten am Sonntag der Herbstkerb ein Schmalzebrote-Essen zu Gunsten des zu
errichtenden Ranzenbrunnens.


1977 : Der erste Bauabschnitt der „Altenwohnanlage Zehnthof“ ist
fertiggestellt; 1980 wird der zweite Bauabschnitt vollendet.


Die Fördergemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe geht in Gründung.


Abbruch des alten Gemeindehauses (Jugendheim) von 1930.


1978 : Die neue Mainbrücke Sindlingen der Hoechst AG wird für den Verkehr freigegeben; die Mainfähre Kelsterbach-Sindlingen stellt den Betrieb ein.


Die Gasversorgung wird von E-Gas auf das höherwertige H-Gas umgestellt. (Oktober)


Der Sportfischerverein Sindlingen wird gegründet

 

1979 : Das neue Gemeindehaus St. Dionysius wird eingeweiht.


Der „1. FC Rotweiß Sindlingen“ gründet sich


1980 : Das neue kath. Pfarrzentrum St. Kilian ist fertiggestellt


24. Februar: Die Eisenbahnunterführung der Sindlinger Bahnstraße wird nach 21-monatiger Bauzeit dem Verkehr übergeben.


Das zur Altenwohnanlage gehörende Haus Huthmacherstraße 22 wird im alten Stil als Fachwerkhaus wieder neu erbaut.


Der Tennisclub Sindlingen wird gegründet.


1981 : In Sindlingen wird die größte Schlamm-Entwässerungsanlage Europas in Betrieb genommen.


Umfassende Renovierung des Sindlinger Bürgerhauses.


1982 : In der Villa „von Meister“ eröffnet die „Phönix-Haus Gesellschaft“ ein Rehabilitationszentrum zur sozialen ntegration ehemaliger Drogenabhängiger.


1983 : Einweihung des Volksaltares (2. Ostertag) in St. Dionysius


1984 : Im Großklärwerk Sindlingen wird die erste Stufe der vollbiologischen Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Betrieb genommen.


1985 : Am 24. Mai großer Kirchenbrand (Pfr. Baetzen, Ursache ungeklärt)


1986 : In der durch den Brand im Frühjahr 1985 beschädigten St.-
Dionysius-Kirche findet nach ihrer 900 000 D-Mark teuren
Renovierung wieder Gottesdienst statt.


1988 : Auf dem Richard-Weidlich-Platz gibt es erstmals einen
Wochenmarkt.(setzt sich nicht durch und wird wieder eingestellt


1989 : Zur Vorbereitung der 1200-Jahrfeier Sindlingen 1991 wird ein „Vereinsausschuß“ gegründet.


1991 : Juni - August: Sindlingen feiert sein 1200jähriges
Ortsjubiläum. Es findet ein großer Festumzug statt.


1996 : Der „Heimat-und Geschichtsverein“ wird gegründet.


24. 12. Selbstmordattentat in der Christmette. Eine Selbstmörderin
zündet in der evangelischen Kirche zwei Handgranaten und reißt zwei Schwestern mit in den Tod. Viele Verletzte.


2000 nachChr.

 

2000 : Kirchendachsanierung (Gebälk und Schieferdeckung) mit Einbau
von Zugstangen durch das Tonnengewölbe vom Kirchenschiff.

Am Mainufer werden entlang dem Weg unterhalb des
Hochwasserdamms neue Bäume angepflanzt, Ahorn, keine Pappeln
mehr. Die alten Pappeln sind zu mächtigen, mehr als einen Meter
im Durchmesser messenden Bäumen herangewachsen. Leider sind
sie von innen heraus angefault und müssen deshalb gefällt werden.
Angepflanzt wurden sie 1924. Wie lange wird es dauern, bis die
neuen Bäume so im Wind rauschen wie die alten, riesigen Pappeln?


Es finden die ersten Gespräche über eine Zusammenlegung der
beiden Sindlinger Evangelischen Kirchengemeinden statt. (Oktober)


Der evangelische Pfarrer ist zu dieser Zeit Herr Vorländer.


Die „Hoechst“ AG wird in viele kleine Unternehmen aufgespalten und existiert nicht mehr in ihrer alten Form als Weltunternehmen.
Auf dem Gelände des „Industrieparks Höchst“ gibt es 26 verschiedene Firmen.


2001 : Der Kindergarten in der Herbert von Meisterstraße wird umgebaut und erweitert und am Sonntag dem 12. August 2001 nach dreizehn monatiger Bauzeit eingeweiht.


2005 : Die beiden katholischen Kirchengemeinden in Sindlingen, St.
Dionysius und St. Kilian fusionieren. Ebenso die beiden evangelischen Gemeinden.


2007 : Am Freitag dem 26. 10. 2007 kurz nach 3:00 h sprengt ein Mieter des Wohnhauses Weinbergstr. 2/Ecke Allesinastrasse das
Dachgeschoss mit Hilfe einer manipulierten Gasleitung in die Luft.
Die Verwüstungen sind ähnlich eines Bombeneinschlages, Teile des Daches liegen auf den Dächern der gegenüberliegenden Häuser, zwanzig Autos werden zum Teil zu Schrott, eine Person wird schwer verletzt, eine Person nur leicht. Die Wucht der Explosion ist so stark, dass noch in der Okriftelerstrasse die Schaufensterscheiben bei Anneliese Hedtler zerstört werden. Das Haus ist einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar.


2008 : Der Gesangverein „Arion“ hat nicht mehr genügend Sänger und löst sich auf. Die Fahne und viele Exponate gehen an den Heimat und Geschichtsverein Sindlingen


2009 : Im Mai feiert die Chorgemeinschaft Sindlingen in den Räumen der katholischen Gemeinde St. Kilian das 150-jährige Bestehen ihres
Teilvereins, dem „Männergesangverein“. Die Chorgemeinschaft besteht heute aus dem GV Sängerlust, GV Meenzerhofgesellschaft und dem Jubelverein. Das Durchschnittsalter der Sänger liegt bei 70 Jahren.


2010 : Das ev. Gemeindehaus an der Gustavsallee wird eingeweiht.

 

 

 Ab 2010 siehe Jahreschronik

 


Die Zeittafel wird ständig erweitert. Stand: 20. August 2011
Für Anregungen, Ergänzungen, Berichtigungen und Kritik wenden Sie sich an
den Archivar Karlheinz Tratt, Telefon 069/373376, Fax 371678
* 1 Morgen = 25,522 ar; 1 ar = 100 m²; demnach ist die damalige Fläche von
Sindlingen 6.883.283,40 m² oder 6,88 km²
Quellenverzeichnis.
Vollert, Adalbert: Sindlingen, Ein Frankfurter Stadtteil
einst und jetzt. 1991
Zaucker, Otto, Pfarrer: Pfarrführer Frankfurt Sindlingen,
St. Dionysius. 1956
Archiv des Sindlinger Heimat und Geschichtsvereins.
Handschriften von Walter Schneider
1* Karton 129 der Pfarrchronik, nachträglicher Eintrag zwischen
Seite 56+57
Druckdatum: Samstag, 2. Februar 2013